Instandsetzung#2
Mehr Licht.
Mehr Kunst.
Mehr Mut.

Lost Place & Medienkunst // Quartier // Part 2

DAS QUARTIER.

"Instandsetzung#2" bietet eine einzigartige Mischung aus einem klassischen "Lost Place" und hochwertigen Arbeiten aus vielen Spielarten der zeitgenössischen Medienkunst: An vier Tagen (17. bis 20. Juni 2021) werden Gebäude und Areal des ehemaligen Schlachthofs sowie die angrenzenden Stahlbau-Werkhallen in Villingen-Schwenningen am Rand des Schwarzwalds von internationalen und nationalen Künstlern sowie  Studierenden mehrerer Hochschulen in farbige und klangvolle "Wunderkammern" verwandelt.

Das Motto: Mehr Licht. Mehr Kunst. Mehr Mut.

Insgesamt sind entlang eines Parcours mehr als 25 Arbeiten zu erleben – von Projection-Mapping und interaktiven Medien bis zu musikalischen Beiträgen, Performances und Installationen. Wobei Streetfood-Anbieter – je nach Corona-Auflagen – ebenfalls gebührenden Raum erhalten! 

Das Lost Place-/Medienkunst-Quartier wird letztmalig in dieser Kombination stattfinden: Der Schlachthof wird im Anschluss weitgehend abgerissen und neu genutzt. Wobei die Subkultur in der neuen Nutzung weiter eine tragende Rolle spielen wird – und das Medienkunstfestival hat ebenfalls eine Zukunft!

Und was ist mit Corona, der Pandemie? Die Organisatoren und Künstler setzen alles daran, das Festival mit (fast) allen Auflagen durch eine Anfang Juni gültige CoronaVO möglich zu machen! Die Gebäude und das Areal bieten genügend Platz, um Abstand halten zu können,  die Anzahl der gleichzeitigen Besucher ist begrenzt… Aber es soll eben wieder "etwas" möglich sein!  

Deshalb laufen die Vorarbeiten mit Verve – Kunst und Kultur sind möglich, trotz/mit/wegen Corona! Nur Mut!
 

DAS WICHTIGSTE.

WANN? 
// 17. - 20. Juni 2021
# 17. Juni: ab 19:00 Uhr – Warm-up-Spaziergang zu Klängen der Formation adanoise
# 18. Juni: zwischen 16:00 Uhr - 00:00 Uhr – vier jeweils zweistündige Zeitfenster buchbar, Parcours entlang der Beiträge
# 19. Juni: zwischen 16:00 Uhr - 00:00 Uhr – vier jeweils zweistündige Zeitfenster buchbar, Parcours entlang der Beiträge
# 20. Juni: zwischen 10:00 Uhr - 16:00 Uhr – zwei jeweils dreistündige Zeitfenster buchbar, Parcours entlang der Beiträge, Vorträge/Workshops

WO? 
// ehemaliges Schlachthof-Areal, Burgstraße 79, 78056 VS-Schwenningen

WIE? 
// Karten sind NUR über den elektronischen Kartenservice Eventbrite buchbar
# Aufgrund der zu erwartenden Auflagen durch Corona-Verordnungen ist eine Tages-/Abendkasse leider nicht möglich

WICHTIG#1 
// Die Veranstalter erfüllen diverse Auflagen durch die CoronaVO. Hierzu bitte auch die Beschilderung auf dem Areal beachten!

# Die Besucher müssen die "3G" nachweisen: einen tagesaktuellen, offiziellen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test (nicht älter als 24 Stunden) vorweisen oder eine Impfung oder den Nachweis der Genesung.
Unser Veranstaltungspartner Johanniter hat unweit des Veranstaltungsareals bei der Rettungswache in der Klippeneckstraße eine Bürgerteststation eingerichtet.
Über diesen Link zu dem Buchungsportal der Johanniter kann bei Bedarf ein Zeitfenster für die Testung gebucht werden: https://eveeno.com/373472776

WICHTIG#2 
// Bei dem ehemaligen Schlachthof-Areal handelt es sich um einen klassischen Lost Place!
# Das Gelände ist leider nicht barrierefrei
# Festes Schuhwerk ist Pflicht
# Absperrungen dürfen nicht überwunden werden

# Es gelten auf dem gesamten Areal und in den Gebäuden die üblichen Regeln: Abstand, Hygiene und Maskenpflicht (zertifizierte FFP2 oder OP-Masken)

# Alle Personen auf dem Areal akzeptieren den Verhaltenskodex von "Instandsetzung#2"

KOSTEN? 
// Zeitkarten: 10,00 €* / 15,00 €*
// Tageskarten: 15,00 €* / 25,00 €*
# * Preise zzgl. Steuern und Gebühren
# Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre sind frei

ANFAHRT? 
// Die Haltestelle des "Der 3er-Ringzug" sowie die Stadtbushaltestelle "Hammerstatt" befinden sich nur wenige Meter vom Festivalgelände entfernt. Eine Anreise mit dem ÖPNV ist damit aus allen Richtungen gut möglich. 
// Fahrradstellplätze sind am Festivalgelände vorhanden
// Parkplätze für Autos sind im Umfeld des Festivalgeländes ausgewiesen

WER? 
// Reservoir e.V. / econo Wirtschaftsmedien / Hochschule Furtwangen, Fakultät Digitale Medien / Global Forest e.V. / FabLab-Neckar-Alb e.V. / Staatliche Hochschule für Musik Trossingen / Hochschule Reutlingen, Fakultät Textil & Design

FÖRDERUNG 
// Baden-Württemberg Stiftung / Innovationsfonds Kunst, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg / Kunst trotz Abstand, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg  / Stiftung Erlebnis Kunst  / prohelvetia schweizer kulturstiftung 

ACHTUNG! 
// Auf einige der Kunstinstallationen und Darbietungen können empfindliche Personen körperliche Reaktionen zeigen. Bitte behutsam vorgehen und aufeinander acht geben!  
 

DIE BETEILIGTEN.

Die Projekte/Auftritte werden aktuell abgestimmt, deshalb sind Änderungen noch möglich. Die Organisatoren informieren auf der Website und in den digitalen Medien über den Veränderungen – einfach immer wieder vorbeischauen.

adanoise

Die Neuformation „adanoise “ sind Fabian Martin (Produzent, Saxophonist) und Marcel Vojvodic (Produzent, Schlagzeuger).
Beide kommen aus verschiedenen Sparten der Musik und kombinieren so ihre ganz individuellen Stärken und Einflüsse aus Studioarbeit und vorausgegangenen Projekten.
Sie stehen für ein vielschichtig aufgestelltes Electro-Live-Musikprojekt, d.h. die Verschmelzung von Live-Instrumenten und vorproduzierter Musik. Gepaart mit einer professionellen Bühnenperformance ergibt dies ein modernes Konzert-Erlebnis mit Rock-Show-Charakter, bei dem die instrumentalen Fähigkeiten im Vordergrund stehen.
Hierdurch stellen sie sich als „adanoise” in ein einzigartiges Licht.
Neben Remix-Versionen bekannter Lieder produzieren sie zudem eigene Songs, durch die sie eine große musikalische Bandbreite abdecken.

// "adanoise" erzeugen am Vorabend des Festivals erstmals öffentlich live begleitende Klänge im Rahmen eines Warm-up-Spaziergangs. Die  Videos zu ihren ersten Songs sind übrigens im Vorfeld in einer der ehemaligen Werkhallen auf dem Areal entstanden //

BernsteinZimmer

Benjamin Geyer studierte Jazzpiano und Komposition an der UdK (Berlin) / Jazzinstitut Berlin / Trondheim Jazz NTNU.
Das Schreiben eigener Musik und Arrangements ist seit Beginn des Klavierspielens und des Musizieren ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit.
Er ist ein aktiver Bestandteil der Berliner Jazz- Elektronik- und Improvisationsszene. Durch seine verschiedenen Projekte zwischen Techno, Jazz, Improvisation und elektronischer Musik (u.a. BernsteinZimmer, Mononoke, Flying Cakes, Phonophobia oder Holly (Volker) Schlott) blickt Benjamin auf Konzerttourneen in Deutschland, Polen, Schweiz, die Niederlanden und Norwegen zurück. Die Mia Knop Jacobsen Band konnte den 1.Platz des Sparda Jazz Preises (Klaus Doldinger) 2017 für sich gewinnen.
Auf der Suche nach neuer musikalischer Inspiration schloss Benjamin sich zu Hause ein und konzentriere sich auf sein erstes Soloprojekt: "BernsteinZimmer". Jeden Tag im Dezember 2018 wurde eine Komposition aufgenommen, die er in einem Online-Adventskalender (Soundcloud / Bandcamp) veröffentlichte.
2019 bereiste Benjamin mit dem Soloprojekt "BernsteinZimmer" drei Monate die USA.
"BernsteinZimmers" Musik kann als teilweise wild, aber treibend, verwirrend, mysteriös, aber auch direkt und kompromisslos beschrieben werden. Eine Mischung, die als experimenteller dunkler Techno definiert werden könnte.

timodufner

timodufner ist Musiker, Medienkünstler und Informatiker. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das Austesten von Grenzen der Hard- und Software, wobei Glitches eine unvermeidliche und bewusst in Kauf genommene Komponente sind. Charakteristisch für seine Arbeit sind die direkte Interaktion zwischen Ton und Bild und der bilaterale Austausch zwischen Publikum und Installation. Alle seine Arbeiten entstehen in Echtzeit und somit ist jede Aufführung einzigartig. Echtzeit-Audioverarbeitung, maschinelles Lernen und KI, Live-Coding und zahlreiche experimentelle Geräte kommen zum Einsatz.

The Interstring Project

The Interstring Project ist ein experimentelles Gitarrenensemble mit eigener Klangsprache aus akustischen und elektrischen Gitarren, Objekten, Präparationen, Effekten und Live-Elektronik. Es verfolgt neue Wege einer zeitgenössischen Ensemblekultur mit Eigenkompositionen, kollektiven Improvisationen und interdisziplinären Konzerten. Die Gruppe bewegt sich dabei stilistisch zwischen Avantgarde, elektronischer Musik und progressive Rock.

25.149 

Daniel Leguy-Madžar arbeitet mit Klang, Bild und Licht und bietet multimediale Zugänge zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themenfeldern.

Bei seiner Arbeit „25.149 “ handelt es sich um eine multimediale Installation, die das Musikstück und die Komposition „Jüdischer Todessang“ des Sängers Aleksander Kulisiewicz und des Komponisten und Chorleiters Rosebery d’Arguto aufgreift sowie als Reenactment umsetzt. Die beiden haben sich im nationalsozialistischen Konzentrationslager Sachsenhausen kennenlernten. Während der Überlebende Kulisiewicz die Unbeschreiblichkeit der Shoah in seinem Gesamtwerk verarbeitete, überlebte d’Arguto das KZ als Jude nicht.

Die von Leguy-Madžar entwickelte Installation schlägt eine Brücke vom Gestern ins Heute. Sie verbindet Aspekte einer einerseits auditiven elektroakustischen Mehrkanalkomposition mit andererseits visuellen Projektionen im Raum und schafft dabei für das Publikum eine immersive Situation der Auseinandersetzung. Der Künstler beschäftigt sich ganz bewusst mit der problematischen „Reinszenierung“ jenes Ortes, an dem sich die Grundlagenkomposition aus der Beziehung von Kulisiewicz und d’Arguto im Angesicht der totalen Entmenschlichung und Unterdrückung entwickelte. Für den auditiven Teil der Arbeit wurden im Januar 2021 auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen Field Recordings und Hallraumaufnahmen erstellt. Daraus entsteht im Zusammenspiel mit den Gesangsaufnahmen Kulisiewiczs eine Neu-Komposition. Die räumliche Inszenierung der Installation zitiert den Grundriss des Konzentrationslagers Sachsenhausen: ein gleichseitiges Dreieck.

like | it is

like| it is wurde als Teil des Projekts „Shelter“ entwickelt.  Shelter ist eine raumbezogene installative Arbeit die in 2020 in Budapest ausgestellt gewesen wäre und wegen der Pandemie verschoben ist. In der Installation erschaffen Fotografie, Text, Fieldrecordings und Malerei ein Gesamtbild.

Für "Instandsetzung#2" wird nun ein neuer, temporärer Ort geschaffen, der verschiedene Färbungen und Bedeutungen von "Shelter" erfahrbar machen kann. Der Fragen aufwirft, was für uns "Schutz, Schutzraum, Zufluchtsort, Unterschlupf, (be-)schützen, beherbergen, verstecken" bedeutet. Der zum Nachdenken anregen möchte. Und über die persönliche Erfahrung hinaus in einem größeren Kontext von allgemeinen Fragen nach Beheimatung, Schutz, Vertreibung, Neuanfang gesehen werden kann. 
Die freischaffende bildende Künstlerin Panka arbeitet seit 2009 intensiv mit dem Thema „Heimat“. Mit der Frage nach ‚beheimatet sein‘, nach einer inneren und äußeren Heimat. 

Wo finde ich Heimat? Ist es ein Land, eine Gegend, ein Ort – finde ich Heimat in der Begegnung mit Menschen? Sie führt partizipative Kunstprojekte durch und sammelt Heimatstatements von Menschen aus verschiedenen Kulturen. In ihre fotografische Arbeit zeigt sie Orte, wo Grenzen erfahrbar waren oder noch sind. Dazu gehören auch Untertauchadressen und Fluchtwege. Ihr ist es ein Anliegen unbefangen einen Ort zu begegnen und diesen auf sich wirken zu lassen. Manchmal gibt es Momente, in denen ein Ort die Seite, die unter der Oberfläche liegt, zeigt. Ihre Schönheit, ihre Ästhetik.

Panka (Panka Chirer-Geyer) ist Niederländerin mit ungarischen Wurzeln. Sie lebt in Villingen-Schwenningen und gerne auch mal auf Zeit anderswo. Sie hat Ausstellungen und Kunstprojekte in Deutschland, Niederlande, Italien, Ungarn, Israel & Palästina durchgeführt.

Tim & Puma Mimi

Tim traf Mimi Ende 2003 auf einer Weihnachtparty in Utrecht. Als Mitglied von Seelenluft begann Tim zu dieser Zeit, seine eigene Musik zu produzieren, und bat Mimi, einige Vocals beizusteuern, da sie erwähnte, dass sie Sängerin gewesen war in der Pop-Punk-Band The Gumdrops in Tokio. Innerhalb von 10 Tagen nahmen sie ihre erste EP "The Adventures of Tim & Puma Mimi" auf. Es folgten Einladungen zur Popkomm Berlin, zur M4Music Zürich und zur Biennale Prag. Aber Mimi musste nach Japan zurück und arbeitete hart als Bürodame; Tim fand einen Weg, sie in seine Live-Shows zu strahlen: Er konnte seine Musik mit dem Skype-Anruf mit Mimi synchronisieren. Am frühen Morgen sang sie in ihrer Küche in einem kochenden Nachtclub in Europa. Das erregte weltweite Aufmerksamkeit und es folgten Live-Shows in New York und Tokio.

2010 zog Mimi in die Schweiz und spielte überall Shows (Montreux Jazz Festival, Sonar Barcelona, ​​Airwaves Island, Swn Cardiff, Paléo Nyon). Tim erfand den Fruitilyzer, ein Instrument mit einem Gemüse als Schnittstelle. 2013 als DIY-Kit veröffentlicht. Sie komponierten Soundtracks für Tanzperformances und Filme wie "Der grosse Sommer", "Ivan's Need" und zwei Songs erschienen auf dem Soundtrack von "Ghost in the Shell", dem Hollywood-Remake.

Klang-/Licht STROM

"Klang-/Licht STROM" von Bengler/Geissl ist ein Live-Projekt von Ben Bengler (Musik, Live-Elektronik) und Thomas Geissl (Licht, Programmierung). Sie setzen damit ihre gemeinsame Vision um die das Publikum ins Zentrum der Performance rückt, mitten hinein in Klang und Licht, die sich um sie herum entfalten. Weitgehend frei von vorprogrammierten Sequenzen entwickelt Bengler die Musik durch Echtzeit-Audiomanipulation und vielfältige Klangbearbeitungstechniken. Die Musik wird in Echtzeit analysiert und die daraus gewonnenen Daten dienen Geissl als Rohmaterial, das er bearbeitet und manipuliert, um das räumliche Lichtsetup kreativ zu steuern. Auf diese Weise erschaffen Bengler/Geissl eine fließende, ineinander verwobene und Choreografie aus Klang und Licht, die sich um das Publikum entfaltet.

Ben Bengler
Als Musiker, Performer und Installationskünstler interessiert sich Bengler für Musik für den Moment, für die Kraft des Klangs, die uns mit dem Jetzt verbindet. Er hat in Deutschland, Großbritannien, Schweden und Österreich gespielt. Seine interaktiven Klanginstallationen wurden international ausgestellt, u.a. bei Ars Electronica, Linz, Victoria and Albert Museum (V&A), London, Sónar Festival, Barcelona, OCT Loft, Shenzhen, oder Yang Gallery, Peking.

Thomas Geissl
Thomas ist ein kreativer Technologe, der Erfahrungen schafft, die Menschen berühren, indem er die analoge und die digitale Welt miteinander verschmilzt. Er glaubt an freie Software und genießt es, mit anderen zusammenzuarbeiten. Musik spielt eine wichtige Rolle in seinem Leben. Er schreibt seine eigene Performance-Software und Tools. 

Julian Meier-Hauff

Julian Maier-Hauff, analog elektronisch, spielerisch akustisch und vor allem: LIVE. Als einer der wenigen in der elektronischen Musikszene werden Julian Maier-Hauffs Sounds ausschließlich improvisiert und jeder hörbare Ton wird im Moment erzeugt.

Maier-Hauff, studierte Jazz-Trompete, ist ein Cross-Entrender auf dem Gebiet der elektronischen Musik. Mit seinem Hintergrund in der improvisierten Kunst überträgt er das System des freien Spiels auf elektronische Instrumentierungen. Sein Sound ist echt, handgemacht, aufregend, unverwechselbar, vielseitig und hat immer einen treibenden Groove. Ohne Computer und vorbereitete Tracks verwandelt er die Empfindungen des Augenblicks direkt in tiefe Beats, die durch den lebendigen Klang realer Instrumente bereichert werden. 

Marc Matter

Marc Matter ist ein Klangkünstler aus dem Schwarzwald, der hauptsächlich mit Plattenspielern und Effekten arbeitet. Aktiv als Aufnahme- und darstellender Künstler sowie als Produzent von "akustischer Kunst" für Radiosendungen. Er ist Gründungsmitglied der als Institut für Feinmotorik bekannten Künstlergruppe, mit der er seit 1997 zahlreiche Tonaufnahmen, einen Experimentalfilm, ein Buch und alle möglichen anderen Kleinigkeiten sowie Dutzende von Live-Auftritten veröffentlicht hat.

2005 erschien die Anthologie Feinmotorik Kompendium, ein Künstlerbuch in Form eines Lexikons. Seine exklusiv für Radio Arthur produzierte Arbeit Radio-Imitat wurde Ende 2009 auf CD veröffentlicht. Für die 50 Skulpturen des Instituts für Feinmotorik erhielt er  im Jahr 2011 den Karl-Sczuka-Preis für Werke der Radiokunst. 

Players (Solo – Installation)

Players ist eine interaktive Klanginstallation von Peter Böhm (A), in dessen Zentrum ein Flipperautomat aus den 1990er Jahren steht. Die Installation wurde als ein Teil einer Performance für Flipper und Kontrabass konzipiert, in der die Spieler nach und nach ihre Klangwelten austauschen. Während der Flipper immer mehr den musikalischen Ausdruck des Kontrabasses übernimmt, klingt der Kontrabass nach und nach wie ein Flipperautomat. In der Installation können die Besucher auf dem Flipper spielen und erzeugen durch ihr Spiel eine immersive Raumfüllende Klangumgebung aus Kontrabassklängen. 

// Für dieses Projekt läuft parallel eine Crowdfunding-Kampagne, damit die Installation aufgearbeitet und auch über den Juni hinaus dem entstehenden CreativeHub "DIE HALLE" auf dem Areal erhalten bleiben kann //

SkypeLab Installation:
468 PIXEL, 2021

468 Quadrate aus Acrylglas im Format 30 x 30cm bilden ein hängendes Netz aus Pixeln das sich wie ein farbiger Digi- talschleier über die maroden Wände eines der Hauptgebäude des ehemaligen Schlachthofes legt.
Javiera Advis und Annie Kurz führen die Installation fort über das gesamte Bauwerk – wie eine streng kalkulierte Lein- wandbindung wirkt sie wie eine farbige Verkleidung.

Das künstlerische Forschungsprojekt SkypeLab untersucht seit 2012 am Beispiel der digitalen Kommunikation durch Skype den Einfluss von digitalen Werkzeugen und sozialen Netzwerken auf Kunst und Design. Auf vier Kontinenten: Europa, Australien, Asien und Südamerika portraitierten sich Masterstudierende aus Reutlingen, Melbourne, Shanghai, Rio de Janeiro und Barranquilla regelmäßig über Skype mittels einer besonderen Zeichentechnik, der Blindzeichnung. Die Künstler*innen entwickeln diese Porträts weiter um die Wirkung der Bilder im öffentlichen Raum und in sozialen Netzwerken zu untersuchen. Zum Abschluss von SkypeLab entstand 2019 für die Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin das Konzept 1000 Pixel, aus welchem sich wiederum die Gestaltung hier von 468 Pixel für "Instandsetzung#2" entwickelte.

Die quadratischen Pixel bestehen aus Bildausschnitten entstandener Kunstwerke aus acht Jahren Arbeit an SkypeLab. Durch den leichten Glanz verweisen sie auf die Bildschirme, die in diesem Projekt die Schnittstelle zwischen den Beteiligten waren. Die Unvollständigkeit des Pixel-Rasters ist Zeichen der Redundanz und der Verluste bei der Arbeit mit riesigen Datenmengen und die dadurch entstehenden besonderen Kommunikationsstrukturen. Der Glanz und die Farbigkeit der Pixel kontrastiert die maroden Wände und verkleidet sie wie ein digitaler Fotofilter – zusammen ergeben sie ein wunderbares visuelles Spiel, das sich in Villingen-Schwenningen zu einem neuen Ganzen zusammenfügt.

Prof. Henning Eichinger, Fakultät Textil & Design, Hochschule Reutlingen
Prof. Dr. Maggie McCormick, School of Art, RMIT Universität Melbourne
Dipl.-Ing. Javiera Advis MA
Fiona Hillary MA
Annie Kurz MA.

Hochschul-Beiträge

In den verschiedenen Bereichen und Gebäuden des Schlachthof-Areals sowie der angrenzenden ehemaligen Stahlbau-Werkhalle entstehen zahlreiche Arbeiten, die aktuelle Positionen von Klang- und Lichtinstallationen ebenso umfassen wie Techniken aus dem Urban Art-Spektrum. Diese Arbeiten befinden sich aktuell noch in der Ausarbeitung und Vorbereitung und werden kurzfristig vor Beginn von "Instandsetzung#2" entstehen. 

Im Zusammenspiel der gesamten künstlerischen Beiträge wird das gesamte Areal in ein vielfältiges Gesamtkunstwerk mit Projektionen, Lichtinstallationen und musikalischen Beiträgen, das in jedem Zeitfenster den Besuchern einen veränderten Eindruck bieten wird.

WERDEN

Er schreit dem Kind ein Schlaflied, sie arbeitet fernab. Das, zum Objekt gewordene Kind liegt alleine in einem Kinderwagen, mit entblößtem Herzen. Das Babyfon kreischt durch die Stimme des Vaters. Milch läuft den Eltern an der Brust herunter. Er singt weiter.

Die Installation „WERDEN“ von Helena Lützow und Amarin Lawton zeigt ihre Sichtweise auf den Umgang der Gesellschaft mit der Zukunft. In einer Familienszene spiegeln sie das Verhältnis der elterlichen Gesellschaft zur zukünftigen Kraft des Kindes. Mit brutalem Materialismus und reduzierter Handlung stellen sie den Generationenkonflikt in einer Szene dar, die das Verhältnis der Gesellschaft zur Umwelt und der Jugend klar erlebbar macht und den Status Quo in Frage stellt.

Helena Lützow und Amarin Lawton gehören zu der jungen Künstlergeneration, kommen aus St. Georgen und VS-Schwenningen und sind unter anderem aktivistisch tätig in der lokalen Fridays-For-Future-Bewegung.

Die Villa

In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude des Schlachthofs – intern wegen der Jugendstilelemente "Die Villa" genannt – wird das Erdgeschoss ebenfalls für künstlerische Positionen geöffnet:

+ Lost Place-Fotografen und -Buchautoren zeigen eine Auswahl von Aufnahmen von ganz unterschiedlichen aufgelassenen Gebäuden und Arealen.
// Im Anschluss an "Instandsetzung#2" ist eine eigenständige und thematisch breit aufgestellte Lost Place-Ausstellung geplant //

+ Installation "like|it is" der Künstlerin Panka Chirer-Geyer

+ Video-Installation "WERDEN" von Helena Lützow und Amarin Lawton (s.o.)

DIE IDEE.

Mai 2020. Die Lockerungen nach der ersten Welle sorgen für Euphorie: Was kann man jetzt noch organisieren? Auf die Schnelle? Um Kunstschaffenden und Publikum einen Lichtblick nach Wochen des Stillstandes zu bieten? 

Die zweite Auflage des Medienkunst-Festivals "Reservoir" ist da schon verschoben. Also muss ein neues Areal, ein neuer Ansatz gefunden werden!

Das Schlachthof-Areal. Am Stadtrand von Villingen-Schwenningen liegt seit 20 Jahren ein kleinteiliges Gebäude-Ensemble brach: Bei der Eröffnung des Schlachthofes 1918 ist der Betrieb wegweisend, 80 Jahre später nicht mehr zeitgemäß. Das Areal fällt in den sprichwörtlichen Dornröschenschlaf. Es verfällt zu einem klassischen Lost Place, der immer wieder Kreative anlockt, unzählige Bilder und Videos sind hier entstanden…

… nun ist aber Zeit, das Gelände ganz anders zu entdecken: Innerhalb weniger Wochen organisiert ein Team aus Studenten der Uni Liechtenstein mit Prof. Dr. Norbert Schnell von der Fakultät Digitale Medien der Hochschule Furtwangen sowie Dirk Werner, econo Wirtschaftsmedien, für Anfang September 2020 das erste "Instandsetzung". Und die Eigentümerin des Areals, die Haller Industriebau, unterstützt das Treiben tatkräftig.

Gut 800 Besucher*innen, selbst aus Hessen, Stuttgart und Zürich, bewundern rund ein Dutzend Installationen und Aktionen – die nächtelange Vorarbeit hat sich gelohnt! Selbst die strengen Corona-Auflagen werden allesamt eingehalten – auch weil die Besucher klasse mitmachen! Der Durst nach Kultur ist eben groß.

Januar 2021. Die Pandemie ist nicht vorbei. Die Resignation ist groß. Die Neuauflage des Medienkunst-Festivals "Reservoir" muss auf 2022 verschoben werden. Doch aufgeben ist keine Option…

…denn das Schlachthof-Areal steht immer noch leer. Auch wenn es dort für 2021 schon vielfältige Ansätze für eine kulturelle Reaktivierung gibt – Stichwort "Innovations- und Kreativ-Quartier Hammerstatt"! 

Instandsetzung#2. Mit Verve machen sich eine Studentengruppe der Hochschule Furtwangen, Prof. Dr. Norbert Schnell sowie Dirk Werner und der Künstler Timo Dufner von der Musikhochschule Trossingen an die zweite Auflage von Instandsetzung – vom 4. bis 6. Juni 2021 verwandelt sich das Gelände in ein Ökosystem zeitgenössischer Medienkunst, gepaart mit Urban Art-Elementen und musikalischer Aufführungen. Das Motto:

Mehr Licht // Mehr Kunst // Mehr Mut

Damit kehrt die zweite Auflage von "Instandsetzung" zurück zu jenem eklektischen Programm, das schon bei der ersten Auflage von "Reservoir" im Jahr 2019 ein breites Publikum begeistert. 

Bei Instandsetzung#2 werden die Besucher*innen wohl wieder in zweistündigen Zeitabschnitten das Areal eigenständig im Rahmen eines Parcours erkunden können. In jedem Zeitfenster gibt es eine Mischung aus festen und variablen künstlerischen Beiträgen, so dass jeder Slot nicht nur aufgrund der Lichtstimmung zwischen Spätnachmittag und Nacht seinen ganz eigenen Reiz bietet!

Die Herausforderung. Es gibt also mehr Licht, mehr Kunst – und mehr Unsicherheit: wie wird sich die Pandemie entwickeln? Das Team und die Künstler sind in Abstimmung mit den Fachämtern sicher: (Fast) alle Corona-Auflagen sind aufgrund des weitläufigen Areals umsetzbar! 

Deshalb macht man jetzt Mut: Kunst geht! Trotz und mit Corona! 

DIE PARTNER.

Veranstalter und Organisator, Künstler und Helfer bekommen breite Unterstützung – herzlichen Dank dafür!

SPONSOREN GESUCHT.

Ein Festival, zumal unter Corona-Bedingungen und mit Ambitionen, kommt nicht ohne entsprechende Unterstützung aus. Sie möchten hierzu einen Beitrag leisten? Herzlich gerne!
Die Organisatoren haben verschiedene Sponsorenpakete geschnürt, die wir gerne erläutern.  

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KONTAKT.

Veranstalter: Reservoir e.V.
Vorstand: Prof. Dr. Norbert Schnell
Organisator: econo Wirtschaftsmedien, Bereich Service
Geschäftsführer: Dirk Werner (V.i.S.d.P.)

E-Mail: dirk@instandsetzung-vs.de

Fotos: Michael Kienzler (4), Niklas Haller (2), wer (2)